„Jahr des heiligen Josef“

Wie der Papst täglich betet

In „Patris corde” gibt der Papst auch eine persönliche Lebensgewohnheit preis: Seit mehr als vierzig Jahren bete er jeden Tag nach den Laudes ein Gebet zum heiligen Josef. Diese Gebet stammt aus einem französischen Andachtsbuch der Kongregation der Barmherzigen Schwestern von Jesus und Maria aus dem 19. Jahrhundert. Das Gebet bringe dem heiligen Josef Verehrung und Vertrauen entgegen, fordert ihn aber auch ein wenig heraus, so der Papst, denn es heißt dort: „Heiliger Josef, glorreicher Patriarch, der du das Unmögliche möglich machen kannst, komm mir in meiner Not und Bedrängnis zu Hilfe. Gewähre in den ernsten und schwierigen Anliegen, die ich dir anvertraue, deinen Schutz, sodass alles ein glückliches Ende nimmt. Mein geliebter Vater, ich setze mein ganzes Vertrauen in dich. Niemand soll sagen können, er habe dich vergeblich angerufen, und da du bei Jesus und Maria alles erwirken kannst, lass mich erfahren, dass deine Güte ebenso groß ist wie deine

Macht Amen

Sich selbst nicht ins Zentrum stellen

„Als Vater wird man nicht geboren, Vater wird man“, bekräftigt der Papst erneut – und zwar „nicht einfach dadurch, dass man ein Kind in die Welt setzt, sondern dadurch, dass man sich verantwortungsvoll um es kümmert“. In der heutigen Gesellschaft „scheinen Kinder oft vaterlos zu sein“ , es fehlen Väter, die in der Lage sind, „das Kind an die Erfahrung des Lebens, an die Wirklichkeit heranzuführen“, ohne es festzuhalten, besitzen zu wollen, sondern indem man es in die Lage versetzt, „Entscheidungen zur Freiheit, zum Aufbruch“ zu fällen. In diesem Sinne habe Josef auch den Beinahmen „keusch“, welcher „eine Haltung ausdrückt, die man als das Gegenteil von „besitzergreifend“ bezeichnen könnte“. In der Tat „war Josef in der Lage, in außerordentlicher Freiheit zu lieben. Er hat sich nie selbst in den Mittelpunkt gestellt. Er verstand es, zur Seite zu treten und Maria und Jesus zur Mitte seines Lebens zu machen“, so Franziskus. Josefs Glück  „gründet sich nicht auf die Logik der Selbstaufopferung, sondern der Selbsthingabe“. Seine Gestalt ist also vorbildlich wie nie, „in einer Welt die Väter braucht, Despoten aber ablehnt“ – jene  also, „die Autorität mit Autoritarismus verwechseln, Dienst mit Unterwürfigkeit, Auseinandersetzung mit Unterdrückung, Nächstenliebe mit übertriebener Fürsorge, Stärke mit Zerstörung.“

Papst Franziskus hat ein Jahr des heiligen Josef ausgerufen.

Mit väterlichem Herzen (patris corde) liebte Josef Jesus, der in allen vier Evangelien „der Sohn Josefs“ genannt wird.

Mit diesen Worten beginnt Papst Franziskus sein Apostolisches Schreiben „Patris corde“, das am 08. Dezember 2020 erschienen ist. Anlass für dieses Schreiben ist das 150 jährige Jubiläum, das Josef zum Schutzpatron der gesamten katholischen Kirche von Papst Pius IX. ernannt wurde.

Mit dem 08. Dezember 2020 bis zum 08. Dezember 2021 ruft Papst Franziskus ein „Jahr des heiligen Josef“ aus. 

Wir als eine Seelsorgeeinheit, die den Heiligen Josef als Patron hat, dürfen uns freuen, dass unser Patron im kommenden Jahr in besonderer Weise in den Blick genommen wird. Papst Franziskus beleuchtet in seinem Apostolischen Schreiben mehrere Aspekte dieses bemerkenswerten Mannes, unter anderem Josef als geliebter Vater und Josef als Arbeiter.

Hintergrund des Schreibens ist aber auch die Covid-19 Pandemie: Diese habe verdeutlicht, welche Bedeutung gewöhnliche Menschen haben – all jene, die sich jenseits des Rampenlichts tagtäglich in Geduld üben und Hoffnung verleihen, indem sie Mitverantwortung säen. Genauso, wie der heilige Josef, „dieser unauffällige Mann, dieser Mensch der täglichen, diskreten und verborgenen Gegenwart“, so der Heilige Vater . 

Auf einer Kerze die den heiligen Josef mit den fünf Kirchtürmen unserer Seelsorgeeinheit zeigt, lesen wir „Heiliger Josef bitte für uns“ lassen wir ihn zum Fürsprecher bei seinem Sohn werden. In diesem Bild werden für mich Leben und Glauben und Leben aus dem Glauben deutlich.

Familie und Arbeit sind getragen vom Gebet.

Papst Franziskus endet sein Schreiben mit dem Gebet:

Sei gegrüßt, du Beschützer des Erlösers
und Bräutigam der Jungfrau Maria.
Dir hat Gott seinen Sohn anvertraut;
auf dich setzte Maria ihr Vertrauen;
bei dir ist Christus zum Mann herangewachsen.
O heiliger Josef, erweise dich auch uns als Vater,
und führe uns auf unserem Lebensweg.
Erwirke uns Gnade, Barmherzigkeit und Mut,
und beschütze uns vor allem Bösen. Amen.

Gehen wir voll Vertrauen und Hoffnung in dieses „Jahr des heiligen Josef“, dass unser Patron uns und unsere Seelsorgeeinheit immer mehr begleite und wir uns in seinen Schutz stellen

PATRIS CORDE

DES HEILIGEN VATERS PAPST FRANZISKUS
ANLÄSSLICH DES 150. JAHRESTAGES
DER ERHEBUNG DES HEILIGEN JOSEF ZUM
SCHUTZPATRON DER GANZEN KIRCHE

Anschreiben des Papst Franziskus APASTOLISCHES SCHREIBEN

 

 

 

„Jahr des heiligen Josef“
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